Christian Bauer ist zu Gast bei Patrick Thiele, dem Mentaltrainer für Profisportler.
Beide teilen die gleiche Leidenschaft: das Gehirn zu programmieren.
In diesem Insta-Live-Video lernst du, wie du deine mentalen Programme des Gehirns erkennst und sie aktiv umprogrammierst.
Patrick Thiele trainiert Profisportler mental. Christian Bauer kommt aus der Forschung in der Automobilindustrie und über den eigenen Burnout zu der Frage, wie weit der Kopf in den Körper hineinregiert. Das Gespräch ist eine offene Live-Runde ohne Skript – und bleibt trotzdem die ganze Zeit konkret.
Der Ausgangspunkt: Das Unterbewusstsein schützt, und es schützt auch vor Dingen, die gut wären. Wer etwas noch nie getan hat, bekommt Stress – Thiele macht es an seinem eigenen Ziel fest, mit seinen Athleten zu den Spielen nach Tokio zu fliegen. Nicht der Flug macht Angst, sondern das Unbekannte daran, und zwar unterhalb dessen, was man von sich selbst weiß.
Umprogrammieren heißt für beide: die Sache tun und sie positiv abspeichern. Dabei entstehe ein neuer Weg im Kopf – der aber wieder zuwachse, wenn man ihn nicht in Abständen erneut geht. Es kommt damit weniger auf den einen mutigen Moment an als auf die Wiederholung danach.
Damit überhaupt hochkommt, was blockiert, brauche es lange Stille. Christian Bauer spricht von fünfundvierzig Minuten und mehr, weil vorher der Alltag im Weg steht. Je öfter man das übe, desto schneller komme man hinein und desto klarer werde die Körperwahrnehmung. Die unbequeme Hälfte sagt er dazu: Es kommen Antworten hoch, die man lieber nicht hören würde, und man braucht die Stärke, sie sich trotzdem anzuhören.
Für die Zielsetzung raten beide zu Stufen statt Sprüngen. Wer nur Wettkämpfe geht, die er verliert, zieht daraus keine Kraft – es müssen auch welche dabei sein, die er gewinnt. Thiele beschreibt das über Ebenen: Was einen zum bayerischen Meister gemacht hat, reicht für den deutschen nicht. Jede Ebene hat ihre eigenen Baustellen, und aufzugeben ist selten die richtige Antwort darauf.
Ein Bild aus dem Gespräch bleibt hängen: Die verspannte Schulter wird nicht besser, je mehr man sie massiert, wenn der Stress sie erzeugt. Christian Bauer erzählt dasselbe von seinem linken Bein – die Schwachstelle lag gar nicht dort, sondern auf der anderen Seite, die ihre Arbeit nicht übernahm. Wer nur das Symptom behandelt, arbeitet unter Umständen an der falschen Baustelle.