Die Absicht
Warum es Qi Blanco gibt
Qi Blanco gibt es, weil ich seit zwanzig Jahren an einer Frage arbeite.
Seit zwanzig Jahren baue ich an einer Brücke
Ich bin Ingenieur, und das ist die Brille, durch die ich alles ansehe. Ein Ingenieur fragt zuerst, ob sich etwas messen lässt und ob es sich wiederholen lässt. Mit dieser Brille bin ich vor etwa zwanzig Jahren in ein Gebiet geraten, in dem sie eigentlich niemand aufsetzt.
Seitdem versuche ich, eine Brücke zwischen drei Welten zu schlagen, die voneinander kaum Notiz nehmen: dem Ingenieurwesen, der Metaphysik und der Esoterik. Die erste rechnet und baut. Die zweite fragt, was hinter dem Messbaren liegt. Die dritte hat über Jahrhunderte Erfahrungen gesammelt und in Bildern weitergegeben. Jede dieser drei hält die anderen für unseriös, und jede hat dafür aus ihrer eigenen Sicht gute Gründe.
Ich habe in keiner der drei Welten je ganz dazugehört. Für die Ingenieure interessiere ich mich für die falschen Fragen, für die Esoterik frage ich zu hartnäckig nach Zahlen. Dass ich trotzdem seit zwanzig Jahren dabei geblieben bin, hat einen einzigen Grund.
Mir ist aufgefallen, dass verschiedene Sprachen über dieselben Effekte reden
Das ist die Beobachtung, die alles ausgelöst hat. Sie kam aus dem Vergleichen, nicht aus einem Buch. Ich habe immer wieder erlebt, dass zwei Felder etwas beschreiben, das sich in der Realität sehen und messen lässt, und dafür völlig verschiedene Wörter benutzen. Weil die Wörter verschieden sind, merkt keiner der beiden, dass der andere vom selben Vorgang spricht. Also reden sie aneinander vorbei, und beide halten den anderen für verwirrt.
ResonanzSchwingung
Ein System nimmt Energie bevorzugt bei bestimmten Frequenzen auf und bleibt bei allen anderen fast unbeteiligt. Ein Ingenieur rechnet das an einer Brücke oder einem Schwingkreis aus. In der esoterischen Sprache heißt dasselbe „etwas schwingt mit". Der beschriebene Vorgang ist derselbe; nur ist er auf der einen Seite eine Gleichung und auf der anderen ein Bild.
KohärenzHarmonie
Viele Einzelteile bewegen sich in fester Beziehung zueinander statt durcheinander. In der Physik ist das eine messbare Phasenbeziehung. Sie macht den Unterschied zwischen einer Glühbirne und einem Laser. In der anderen Sprache heißt Ordnung statt Durcheinander „Harmonie" oder „Einklang". Gemeint ist beide Male der Übergang von zufällig zu geordnet.
Erwartungseffektdie Kraft der Absicht
Dass die Erwartung eines Menschen sein Befinden messbar verändert, ist in der Medizin seit Jahrzehnten belegt und heißt dort Placebo- beziehungsweise Noceboeffekt. Interessant ist, welche ROLLE ihm die beiden Sprachen geben: Die Medizin behandelt ihn als Störgröße, die man aus einer Studie herausrechnen muss. Die andere Seite behandelt genau denselben Effekt als Mechanismus, mit dem man arbeiten kann. Es ist dasselbe Phänomen: einmal das, was man loswerden will, einmal das, was man benutzen will.
Vagotonusinnere Ruhe
Was Meditationstraditionen „Zentrierung" oder „zur Ruhe kommen" nennen, hat eine Entsprechung, die man mit einem Brustgurt aufzeichnen kann: die Herzratenvariabilität und der Zustand des vegetativen Nervensystems. Die eine Sprache beschreibt das Erleben von innen, die andere den Körper von außen. Keine der beiden ist falsch, und lange hat keine von der anderen gewusst.
Am schwierigsten wird es, wenn zwei Sprachen DASSELBE Wort benutzen und etwas anderes meinen. „Energie" ist in der Physik eine streng definierte, erhaltene Größe mit einer Einheit. Im Alltag und in der esoterischen Sprache meint dasselbe Wort Lebendigkeit, Stimmung, Ausstrahlung. Wer diese beiden Bedeutungen nicht auseinanderhält, produziert Sätze, die für die eine Seite selbstverständlich und für die andere blanker Unsinn sind. Und keiner von beiden merkt, woran es liegt. Ich halte das für die größte einzelne Quelle von Missverständnis auf diesem Gebiet.
Dass zwei Sprachen dasselbe Phänomen beschreiben, heißt allerdings NICHT, dass eine der beiden Erklärungen dafür stimmt. Eine gemeinsame Beobachtung ist noch kein gemeinsamer Beweis. Ich sage nur: Hier ist oft vom selben Vorgang die Rede. Was ihn verursacht, ist damit nicht entschieden.
Mein Anliegen ist eine gemeinsame Sprache
Es ist mir ein Herzensanliegen, hier eine gleichmäßige Sprache zu etablieren. Die Effekte, um die es geht, sollen sich überhaupt besprechen lassen, ohne dass das Gespräch nach drei Sätzen am Vokabular scheitert. Seine eigene Sprache muss dafür niemand aufgeben.
Mit einer gemeinsamen Sprache wird die Sache PRÜFBAR. Wer denselben Begriff benutzt, dem kann man widersprechen, und das ist ein Fortschritt. Solange jeder seine eigenen Wörter hat, kann niemand dem anderen nachweisen, dass er sich irrt. Und die Sache wird BRAUCHBAR: Was man benennen kann, kann man in den Alltag holen. Was nur als Ahnung existiert, bleibt eine Ahnung.
Prüfbar heißt: Eine Annahme muss so formuliert sein, dass man ihr widersprechen kann. Deshalb steht zu jeder Annahme, nach der wir bauen, auch das Gegenargument, mit Quelle, Jahr und Fundstelle, damit jeder selbst nachsehen kann. Ein Modell, dessen Gegenargumente niemand kennt, kann niemand prüfen. Und was niemand prüfen kann, bringt dieses Feld keinen Schritt weiter.
Aus meiner Sicht ist das der nächste Schritt
Ich halte ein tieferes Verständnis der Metaphysik und ihren praktischen Nutzen im Alltag für den nächsten Schritt für die Menschheit. Das ist meine Sicht. Sie ist nicht bewiesen, und ich stelle sie auch nicht als bewiesen dar.
Anführen kann ich dafür ein Muster: Immer wieder war etwas zuerst eine Erfahrung, die man nicht erklären konnte, dann ein Streit darüber, ob es das überhaupt gibt, und erst danach ein Messverfahren und eine nüchterne Beschreibung. Ich vermute, dass wir an diesem Gebiet gerade irgendwo zwischen dem zweiten und dem dritten Schritt stehen. Beweisen kann ich das nicht. Es ist der Grund, warum ich weitermache.
Deshalb gibt es Qi Blanco: Ich arbeite an dieser Frage, und aus dieser Arbeit ist etwas entstanden, das man in die Hand nehmen kann. Was dabei herauskommt, muss sich derselben Prüfung stellen wie alles andere. Deshalb legen wir unsere Annahmen offen, und neben jeder von ihnen steht auch, was gegen sie spricht.

Dipl.-Ing. Christian Bernd Bauer
Gründer und Geschäftsführer von Qi Blanco
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