Fragen und Antworten

Kann Elektrosmog den Schlaf stören?

Den Schlaf stört vor allem das Handy selbst, mit seinem Licht und seinen Nachrichten am Abend, während Schlafstudien beim Funkfeld allein keinen Einfluss gefunden haben.

Forscher haben den Elektrosmog, also das Funkfeld einer Mobilfunkanlage oder eines Routers, getrennt von dem untersucht, was sonst mit dem Handy ins Schlafzimmer kommt. Dazu gehören das Licht am Abend, die ständige Erreichbarkeit und der letzte Blick aufs Display kurz vor dem Einschlafen.

Beim Funkfeld allein fanden die Studien keinen Einfluss auf den Schlaf, beim Handy selbst dagegen einen deutlichen.

Spannend ist ein dritter Punkt, über den kaum jemand spricht: die Sorge selbst. In einer Feldstudie schliefen Anwohner, die sich wegen einer Sendeanlage Sorgen machten, schlechter als die anderen, und zwar auch in den Nächten, in denen die Anlage gar nicht sendete. Das heißt nicht, dass ihre Beschwerden eingebildet waren. Wer schlecht geschlafen hat, hat schlecht geschlafen, egal was ihn wach gehalten hat.

Für deinen eigenen Schlaf heißt das: Mehr Abstand zum Handy, der Flugmodus in der Nacht und ein dunkles Schlafzimmer helfen sofort und kosten nichts.

Was gemessen ist

397 Anwohnerinnen und Anwohner zwischen 18 und 81 Jahren schliefen zwölf Nächte lang an zehn Orten in Deutschland, an denen es sonst keinen Mobilfunk gab. Eine Versuchs-Basisstation sendete in fünf dieser Nächte echte GSM-Signale bei 900 und 1800 Megahertz und in fünf Nächten gar nichts. Weder die aufgezeichneten Schlafdaten noch die eigene Einschätzung der Teilnehmer unterschieden sich zwischen beiden Bedingungen. Wer sich um die Anlage sorgte, schlief in den Nächten ohne Feld messbar schlechter als die Unbesorgten.

Eine Übersichtsarbeit im Auftrag der Weltgesundheitsorganisation hat 2024 insgesamt 41 Experimente mit 2874 Teilnehmern zusammengefasst. Für Schlafstörungen lag der gemeinsame Effekt bei Feldern am Kopf bei minus 0,01, mit einem Vertrauensbereich von minus 0,22 bis 0,20. Bei Feldern am ganzen Körper waren es 0,00, mit minus 0,15 bis 0,15. Ob das Feld an oder aus war, konnten die Teilnehmer nicht erkennen.

Beim Handy selbst sieht die Zahlenlage anders aus. Eine Zusammenfassung von 20 Studien mit 125 198 Kindern und Jugendlichen hat untersucht, was ein Bildschirmgerät zur Schlafenszeit ausmacht. Das Chancenverhältnis für zu wenig Schlaf lag bei 2,17, mit einem Vertrauensbereich von 1,42 bis 3,32. Studien zur elektromagnetischen Strahlung hatte diese Arbeit von vornherein ausgeschlossen.

Am besten untersucht ist das Licht. Wer vier Stunden vor dem Schlafengehen auf einem selbstleuchtenden Lesegerät liest statt auf Papier, braucht länger zum Einschlafen und schüttet abends weniger Melatonin aus. Außerdem verschiebt sich seine innere Uhr nach hinten, und am nächsten Morgen ist er weniger wach.

Das Bundesamt für Strahlenschutz fasst den Stand so zusammen: Weder in Experimenten mit Testpersonen noch in Beobachtungsstudien ließ sich ein Zusammenhang mit Schlafstörungen belegen. Gemeint sind die hochfrequenten Felder von Handys und Mobilfunkbasisstationen.

In 31 Experimenten mit 725 Menschen, die sich selbst als elektrosensibel bezeichnen, wurde verblindet geprüft, ob jemand ein Feld spüren kann. 24 der 31 Experimente fanden dafür keinen Hinweis. Dieselbe Übersicht hält fest, wie schwer die Beschwerden dieser Menschen sind und dass sie den Alltag manchmal stark einschränken.

Gut zu wissen

Alle Zahlen sind Durchschnitte über viele Menschen. Wie du persönlich reagierst, zeigt dir am ehesten dein eigener Schlaf.

Für die neueren Mobilfunkfrequenzen gibt es noch keine Beobachtungen über Jahrzehnte, weil sie erst seit wenigen Jahren im Einsatz sind.

Schlaf ist das Thema, zu dem uns Kundinnen und Kunden am häufigsten schreiben. Was einige von ihnen unter eigenem Namen erzählen, haben wir bei den Erfahrungen gesammelt.